2009
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Ole Aselmann
“vom Wesen der Erbse I”, 2009

Ole Aselmann: Vom Wesen der Erbse I

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Wächter Päpste
 

Wächter

‚Vom Wesen der Erbse I’

In der Mitte des weiß ausgekleideten, im übrigen verglasten Raumes liegt der massige Körper eines grob gezimmerten rosafarbigen Schweins, einer Sau, über/neben der ein kleineres schwarzes Schwein thront, elegant mit Spitzen verschleiert. Umgeben wird sie von laubsägeartigen, rohen Holzfiguren auf kleinen Holzsockeln, die mit ihren überlängt mitraförmigen, goldfarbenen Kopfbedeckungen an Päpste erinnern. Ebenfalls im Umkreis auf höheren weißen Sockeln stehen rosafarbene, aus Stoff genähte Venusfigürchen, unter schützenden Hauben, von handschmeichlerischer Größe. Vor den Fensterwänden, gewissermaßen das Innen mit dem Außen verbindend, lehnen Cello-ähnliche Figuren wie ‚Wächter’, von Aselmann kurz GI’s genannt, deren Stützdornen die Scheiben gewissermaßen durchstoßen und außen am Boden liegende kleine Würstchen aufspießen. Ja, wer sind sie, die ‚kleinen Würstchen’, die von den instrumentierten GI’s (wie einst von Man Ray der Mythos Frau) beschworen werden, die den ungreifbaren Geist der unbegreiflichen Situation in Töne verwandeln, in Musik zuflüstern und ungewöhnlich Klangzwischenräume erzeugen.

Aselmann zitiert Gott und die Welt herbei, angefangen in ‚Messias Wirtshaus’: „Die Vorstellung Gott – Einheit, Mensch – Welt mit Steigerung von unten wieder nach oben oder einst von oben nach unten zum Menschen hin, degradiert die Frau zum Schwein, Muttersau (...). Denn der Gott, der will, dass der Mensch kommt, stülpt etwas aus sich heraus – aus sich selbst, aus der Einheit, einen Phallus, der zielgerichtet wie der Spermer sich entladen will und dann zu etwas führt – zum Menschen“ (Aselmann). Bei der neuerlichen Einkehr ist der Blick auf bestimmte Szenen des so komplexen Wirtshaus-Environments gerichtet. Einzelne Elemente sind herausgehoben, in Beziehung zueinander gesetzt bzw. durch neue skulpturale Einschübe hervorgehoben. > more / weiter

Muttersau